Hochwasser-Spendenaufruf des Sozialwerkes
23. Juli 2021

Weihnachtsgruß 2021

„O Bär“, sagte der kleine Tiger, „ist das Leben nicht schrecklich schön?“ „Ja“, sagte der kleine Bär, „schrecklich und schön.“
Und wenn ihr mich fragt, haben sie recht.“ Janosch

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Leserinnen und Leser,
am Ende des Jahres 2021 liegt Janosch mit seiner Aussage richtig.
Dachten wir im Sommer und Frühherbst, dass unser Land die Corona-Pandemie einigermaßen im Griff hat, werden wir aktuell wieder eines Besseren belehrt. Steigende Fallzahlen und damit einhergehende Eingriffe in unseren Alltag bestimmen das tägliche Leben. Die Bilder der Naturkatastrophen im u.a. Ahrtal haben wir noch vor Augen.
Die Betroffenen haben gespürt, wie schrecklich das Leben sein kann.
Von steigenden Zahlen können die Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher gerade nicht berichten. In Europa, sogar weltweit, gehen die Auftragszahlen in der Zwangsvollstreckung zurück. Gründe dafür sind nur schwer zu finden. Erfreulich ist, dass unser Wirtschaftssystem stabil ist und die Mehrheit der Gesellschaft in der Lage
zu sein scheint, mit dieser schwierigen Wirtschaftslage umzugehen. Es bleibt, als Bürger dieses Landes, zu hoffen, dass dies so bleibt.
Gleichwohl hat sich unser Berufsstand, mehr denn je, auf die Zukunft vorzubereiten. Zusammen mit der Justiz und insbesondere mit der Politik muss die Frage angegangen und beantwortet werden, was von der staatlichen Zwangsvollstreckung der Zukunft erwartet wird?
Will man weiter Jahre, ja Jahrzehnte, die Zersplitterung der Vollstreckungsverfahren hinnehmen, oder ist man endlich zu einer Kehrtwende hin zu einem modernen, zentralen Verfahren, bereit.
Es ist jetzt an der Zeit auf den fahrenden Zug der Digitalisierung aufzuspringen und die enormen Entwicklungsmöglichkeiten zu nutzen. So ist nach unserer Überzeugung ein digitales Verfahren zur Forderungspfändung, in der Hand der Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher, jetzt umzusetzen.
Das Ende der 19. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages hat uns wichtige und wegweisende Gesetze beschert. Mit dem GvSchuG sind Maßnahmen zum Schutz der Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher erstmals bundeseinheitlich festgeschrieben worden. Die Erweiterung der Drittauskünfte des § 802 l ZPO, die Reformierung des § 811 ZPO und die Verabschiedung des Gesetzes zum elektronischen Rechtsverkehr, mit ersten Vorschriften zur elektronischen Zustellung, haben die Bedeutung unseres Berufsstandes bestätigt.
So konnten wir doch einige Ziele erreichen. Darauf können und werden wir aufbauen. Insoweit ist das Leben mit der Verbandsarbeit schön. Alsbald werden wir versuchen, mit der neuen Hausspitze des BMJ ins Gespräch zu kommen. Der Arbeit an der Umsetzung der Digitalisierung werden wir auch 2022 unser Hauptaugenmerk widmen. Wir werden den guten Kontakt, mit den für uns zuständigen Abteilungen, im Bundesjustizministerium weiterhin pflegen.
Zum Schluss komme ich auf die Pandemie und die Naturkatastrophen des zu Ende gehenden Jahres zurück.
Die Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher in unserem Land haben, dies gilt es hier festzustellen, einen wesentlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung einer funktionierenden Justiz und damit zum Rechtsfrieden in unserem Land geleistet. In den Katastrophengebieten war es auch das Sozialwerk des DGVB, dass mit der enormen
Spendenbereitschaft vieler Beteiligter und einer stattlichen Zahl von Akteurinnen und Akteuren, schnelle und unkonventionelle Hilfe geleistet hat.
In den Gremien des DGVB, auf Bezirks-, Landes und Bundesebene wurde wieder einmal, für alle Kolleginnen und Kollegen, wertvolle ehrenamtliche Arbeit geleistet.
Im Namen des Bundesvorstandes sage ich allen dafür und für die Spendenbereitschaft ein herzliches Dankeschön.
Frohe und gesegnete Weihnachten und ein gesundes und glückliches Jahr 2022
wünsche ich euch und euren Familien, euren Freunden und allen, die diese Zeilen lesen.